Die Bundesbehörden
der Schweizerischen Eidgenossenschaft

0.101

Übersetzung aus dem englischen und französischen Originaltext1

Konvention
zum Schutze der Menschenrechte
und Grundfreiheiten

Abgeschlossen in Rom am 4. November 1950
Von der Bundesversammlung genehmigt am 3. Oktober 19742
Schweizerische Ratifikationsurkunde hinterlegt am 28. November 1974
In Kraft getreten für die Schweiz am 28. November 1974

(Stand am 23. Februar 2012)

Die Unterzeichnerregierungen, Mitglieder des Europarats –

in Anbetracht der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet worden ist;

in der Erwägung, dass diese Erklärung bezweckt, die universelle und wirksame Anerkennung und Einhaltung der in ihr aufgeführten Rechte zu gewährleisten;

in der Erwägung, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herzustellen, und dass eines der Mittel zur Erreichung dieses Zieles die Wahrung und Fortentwicklung der Menschenrechte und Grundfreiheiten ist;

in Bekräftigung ihres tiefen Glaubens an diese Grundfreiheiten, welche die Grundlage von Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bilden und die am besten durch eine wahrhaft demokratische politische Ordnung sowie durch ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Achtung der diesen Grundfreiheiten zugrunde liegenden Menschenrechte gesichert werden;

entschlossen, als Regierungen europäischer Staaten, die vom gleichen Geist beseelt sind und ein gemeinsames Erbe an politischen Überlieferungen, Idealen, Achtung

der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit besitzen, die ersten Schritte auf dem Weg zu einer kollektiven Garantie bestimmter in der Allgemeinen Erklärung aufgeführter Rechte zu unternehmen –

haben folgendes vereinbart:

Art. 1 Verpflichtung zur Achtung der Menschenrechte

Abschnitt I: Rechte und Freiheiten

Art. 2 Recht auf Leben

Art. 3 Verbot der Folter

Art. 4 Verbot der Sklaverei und der Zwangsarbeit

Art. 5 Recht auf Freiheit und Sicherheit

Art. 6 Recht auf ein faires Verfahren

Art. 7 Keine Strafe ohne Gesetz

Art. 8 Recht auf Achtung des Privat— und Familienlebens

Art. 9 Gedanken—, Gewissens— und Religionsfreiheit

Art. 10 Freiheit der Meinungsäusserung

Art. 11 Versammlungs— und Vereinigungsfreiheit

Art. 12 Recht auf Eheschliessung

Art. 13 Recht auf wirksame Beschwerde

Art. 14 Diskriminierungsverbot

Art. 15 Abweichen im Notstandsfall

Art. 16 Beschränkungen der politischen Tätigkeit ausländischer Personen

Art. 17 Verbot des Missbrauchs der Rechte

Art. 18 Begrenzung der Rechtseinschränkungen

Abschnitt II:3 Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

Art. 19 Errichtung des Gerichtshofs

Art. 20 Zahl der Richter

Art. 21 Voraussetzungen für das Amt

Art. 22 Wahl der Richter

Art. 23 Amtszeit und Entlassung

Art. 24 Kanzlei und Berichterstatter

Art. 25 Plenum

Art. 26 Einzelrichterbesetzung, Ausschüsse, Kammern und Grosse Kammer

Art. 27 Befugnisse des Einzelrichters

Art. 28 Befugnisse der Ausschüsse

Art. 29 Entscheidungen der Kammern über die Zulässigkeit und Begründetheit

Art. 30 Abgabe der Rechtssache an die Grosse Kammer

Art. 31 Befugnisse der Grossen Kammer

Art. 32 Zuständigkeit des Gerichtshofs

Art. 33 Staatenbeschwerden

Art. 34 Individualbeschwerden

Art. 35 Zulässigkeitsvoraussetzungen

Art. 36 Beteiligung Dritter

Art. 37 Streichung von Beschwerden

Art. 38 Prüfung der Rechtssache

Art. 39 Gütliche Einigung

Art. 40 Öffentliche Verhandlung und Akteneinsicht

Art. 41 Gerechte Entschädigung

Art. 42 Urteile der Kammern

Art. 43 Verweisung an die Grosse Kammer

Art. 44 Endgültige Urteile

Art. 45 Begründung der Urteile und Entscheidungen

Art. 46 Verbindlichkeit und Vollzug der Urteile

Art. 47 Gutachten

Art. 48 Gutachterliche Zuständigkeit des Gerichtshofs

Art. 49 Begründung der Gutachten

Art. 50 Kosten des Gerichtshofs

Art. 51 Privilegien und Immunitäten der Richter

Abschnitt III:4 Verschiedene Bestimmungen

Art. 52 Anfragen des Generalsekretärs

Art. 53 Wahrung anerkannter Menschenrechte

Art. 54 Befugnisse des Ministerkomitees

Art. 55 Ausschluss anderer Verfahren zur Streitbeilegung

Art. 56 Räumlicher Geltungsbereich

Art. 57 Vorbehalte

Art. 58 Kündigung

Art. 59 Unterzeichnung und Ratifikation Geltungsbereich am 23. Februar 2012

Geltungsbereich am 23. Februar 20125

Vertragsstaaten

Ratifikation

Inkrafttreten

Albanien

  2. Oktober

1996

  2. Oktober

1996

Andorra*

22. Januar

1996

22. Januar

1996

Armenien*

26. April

2002

26. April

2002

Aserbaidschan*

15. April

2002

15. April

2002

Belgien

14. Juni

1955

14. Juni

1955

Bosnien und Herzegowina

12. Juli

2002

12. Juli

2002

Bulgarien

  7. September

1992

  7. September

1992

Dänemark

13. April

1953

  3. September

1953

Deutschland

  5. Dezember

1952

  3. September

1953

Estland*

16. April

1996

16. April

1996

Finnland*

10. Mai

1990

10. Mai

1990

Frankreich*

  3. Mai

1974

  3. Mai

1974

Georgien

20. Mai

1999

20. Mai

1999

Griechenland

28. November

1974

28. November

1974

Irland*

25. Februar

1953

  3. September

1953

Island

29. Juni

1953

  3. September

1953

Italien

26. Oktober

1955

26. Oktober

1955

Kroatien*

  5. November

1997

  5. November

1997

Lettland

27. Juni

1997

27. Juni

1997

Liechtenstein*

  8. September

1982

  8. September

1982

Litauen

20. Juni

1995

20. Juni

1995

Luxemburg

  3. September

1953

  3. September

1953

Malta*

23. Januar

1967

23. Januar

1967

Mazedonien

10. April

1997

10. April

1997

Moldau*

12. September

1997

12. September

1997

Monaco*

30. November

2005

30. November

2005

Montenegroa

  3. März

2004

  6. Juni

2006

Niederlande

31. August

1954

31. August

1954

    Curaçaob

  1. Dezember

1955

31. Dezember

1955

    Karibische Gebiete (Bonaire, Sint Eustatius und Saba)b

  1. Dezember

1955

31. Dezember

1955

    Sint Maartenb

  1. Dezember

1955

31. Dezember

1955

Norwegen

15. Januar

1952

  3. September

1953

Österreich*

  3. September

1958

  3. September

1958

Polen

19. Januar

1993

19. Januar

1993

Portugal*

  9. November

1978

  9. November

1978

Rumänien

20. Juni

1994

20. Juni

1994

Russland*

  5. Mai

1998

  5. Mai

1998

San Marino*

22. März

1989

22. März

1989

Schweden

  4. Februar

1952

  3. September

1953

Schweiz

28. November

1974

28. November

1974

Serbien

  3. März

2004

  3. März

2004

Slowakei*

18. März

1992

  1. Januar

1993

Slowenien

28. Juni

1994

28. Juni

1994

Spanien*

  4. Oktober

1979

  4. Oktober

1979

Tschechische Republik*

18. März

1992

  1. Januar

1993

Türkei

18. Mai

1954

18. Mai

1954

Ukraine*

11. September

1997

11. September

1997

Ungarn

  5. November

1992

  5. November

1992

Vereinigtes Königreich*

  8. März

1951

  3. September

1953

    Akrotiri und Dhekeliac

  1. April

2004

  1. Mai

2004

    Anguillad

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Bermudasd

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Britische Jungferninselne

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Falklandinselnf

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Gibraltarf

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Guernseyg

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Insel Manh

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Jerseyi

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Kaimaninselng

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Montserratd

23. Oktober

1953

23. November

1953

    St. Helena und Nebengebiete (Ascension und Tristan da Cunha)d

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Südgeorgien und Südliche Sandwichinselnf

23. Oktober

1953

23. November

1953

    Turks- und Caicosinselnj

23. Oktober

1953

23. November

1953

Zypern

  6. Oktober

1962

  6. Oktober

1962

*

Vorbehalte und Erklärungen.

Die Vorbehalte und Erklärungen werden in der AS nicht veröffentlicht. Die französischen und englischen Texte können auf der Internet-Seite des Europarates: http://conventions.coe.int/Treaty/FR/v3DefaultFRE.asp eingesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern bezogen werden.

a

Der Ministerrat des Europarats hat anlässlich seiner 994(bis) Sitzung vom 9. Mai 2007 beschlossen, Montenegro mit Wirkung ab 6. Juni 2006 als Vertragspartei dieses Übereinkommens zu betrachten. Das Datum der Unterzeichnung und der Ratifikation ist jenes von «Serbien und Montenegro».

b

Anwendungserklärung nach Art. 56.

c

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 1. Mai 2004.

d

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 22. Nov. 2010.

e

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 25. Sept. 2009.

f

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 14. Jan. 2006.

g

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 23. Febr. 2006.

h

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 1. Juni 2003.

i

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 14. Jan. 2001.

j

Erklärung zur dauerhaften Anerkennung der Zuständigkeit des Gerichtshofs gemäss den Art. 34 und 56 Abs. 4 der Konvention ab dem 14. Okt. 2009.


 AS 1974 2151; BBl 1974 I 1035


1 Bereinigte Übersetzung der EMRK unter Berücksichtigung des Prot. Nr. 11 (zwischen Deutschland, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz abgestimmte Fassung). Der französische Originaltext findet sich unter der gleichen Nummer in der französischen Ausgabe dieser Sammlung. Der englische Originaltext kann beim Bundesamt für Bauten und Logistik, BBL, 3000 Bern, bezogen werden (AS 1975 614).
2 Art. 1 Abs. 1 Bst. a des BB vom 3. Okt. 1974 (AS 1974 2148).
3 Fassung gemäss Art. 1 des Prot. Nr. 11 vom 11. Mai 1994 von der BVers genehmigt am 12. Juni 1995 und in Kraft gesetzt seit dem 1. Nov. 1998 (AS 1998 2993 2992; BBl 1995 I 999).
4 Ursprünglich: Abschn. V. Bereinigt gemäss Art. 2 des Prot. Nr. 11 vom 11. Mai 1994, von der BVers genehmigt am 12. Juni 1995 und in Kraft seit 1. Nov. 1998 (AS 1998 2993 2992; BBl 1995 I 999).
5 AS 1974 2168, 1977 147 1464, 1978 64, 1982 285 2065, 1983 1592, 1984 973 1491, 1985 360, 1986 169, 1987 314 1346, 1988 1264, 1989 276, 1990 55, 1991 789, 1992 657 2219, 1993 3097, 2000 916, 2002 1145, 2005 1835, 2006 3319 und 2012 1143. Eine aktualisierte Fassung des Geltungsbereiches findet sich auf der Internetseite des EDA (www.eda.admin.ch/vertraege).


Stand am 23. Februar 2012
Für Anregungen und Mitteilungen: Kompetenzzentrum Amtliche Veröffentlichungen