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Staatssekretär Dell'Ambrogio folgt der Einladung des südafrikanischen Ministers für Wissenschaft und Technologie. Es handelt sich um den ersten offiziellen Besuch auf dieser Ebene seit der Unterzeichnung eines bilateralen Forschungsabkommens zwischen den beiden Ländern (2007). In der Schweizer Delegation sind die Universität Basel und das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut vertreten.
Der Besuch in Südafrika hat zum Ziel, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter zu vertiefen. Das Treffen mit dem Minister für Wissenschaft und Technologie, Derek Hanekom, dient dem Rückblick auf die Phase I (2008-2012) des bilateralen Forschungsprogramms des Bundes mit Südafrika (SSAJRP ) und dem Ausblick auf die Phase II (2013-2016). Der Bund hat bisher rund 7,8 Mio. Franken in die bilaterale Forschungszusammenarbeit mit Südafrika investiert. Mit diesem Beitrag konnten 16 gemeinsame Forschungsprojekte in den Bereichen Gesundheit und Biomedizin, Bio- und Nanotechnologien sowie Geistes- und Sozialwissenschaften mitfinanziert werden. Diese Projekte, an denen rund 70 junge Forschende beider Länder beteiligt waren, führten zu 35 wissenschaftlichen Publikationen. Zudem erhielten 80 junge Forschende aus der Schweiz und Südafrika ein Austauschstipendium. Besonderes Augenmerk galt dem Übergang von der Forschung zur Anwendung durch ein Programm für Jungunternehmer im Biotechnologiebereich. Zusätzlich erhielten neun Forschungsprojekte mit mindestens einem Industriepartner ein Startkapital.
Mit Blick auf diesen Erfolg soll das SSAJRP in den Jahren 2013-2016 vorbehältlich der Budgetentscheidungen des Parlaments auf gleichem Niveau fortgeführt werden. Dabei werden die Schwerpunktthemen auf den Bereich erneuerbare Energien (Greentech und Cleantech) ausgedehnt. Eine Projektausschreibung soll noch dieses Jahr unter der gemeinsamen Verantwortung des Schweizerischen Nationalfonds und der südafrikanischen National Research Foundation erfolgen.
Mit Minister Dr. Bonginkosi Nzimande, welcher für die Berufsbildung und die Universitäten verantwortlich zeichnet, findet ein Austausch über die jeweiligen nationalen Bildungssysteme statt. Ein Besuch bei Minister Aaron Motsoaledi des Departments of Health schliesslich dient Gesprächen über die Forschungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich.
Die Südafrika-Reise hat zudem multilaterale Aspekte: Auf Einladung der EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Màire Geoghegan-Quinn, nimmt Staatssekretär Dell'Ambrogio an der High Level Conference on the Second European and Developing Countries Clinical Trials Partnership Programme (EDCTP) teil. Die Schweiz ist Mitglied von EDCTP, welche neue klinische Interventionen entwickelt zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose insbesondere in den Ländern südlich der Sahara.
Im Rahmen dieser Konferenz trifft Staatssekretär Dell'Ambrogio Vertreter der Bill and Melinda Gates Foundation (BMGF). Die BMGF ist eine Schlüsselakteurin im Bereich der Förderung der Impfstoffforschung und arbeitet erfolgreich u.a. auch mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) in Basel und dem Swiss Vaccine Research Institute (SVRI) in Lausanne zusammen. Ein bestehendes Memorandum of Understanding zwischen dem Eidgenössischen Departement des Innern und der BMGF soll aktualisiert und von Bundesrat Alain Berset bis Ende 2012 unterzeichnet werden.