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Erfolgreicher Start des Wettersatelliten Metop-B

Bern, 19.09.2012 - Der zweite Satellit der europäischen Serie polarumlaufender Wettersatelliten, Metop-B, hat erfolgreich von der Erdoberfläche abgehoben und ist auf dem Weg zu seiner Erdumlaufbahn in ca. 830 km Höhe. Dort wird er seinen Vorgänger ablösen und die für die Wettervorhersagen und das Klima-Monitoring essentiellen Beobachtungen fortsetzen.

Nach verschiedenen Verzögerungen startete am 17. September 2012 an der Spitze einer Soyuz Trägerrakete der Wettersatellit Metop-B erfolgreich vom Weltraumbahnhof Baikonur, Kasachstan. Während den nächsten sechs Wochen werden nun alle Instrumente des Satelliten eingehend überprüft werden. Die gesamte Bandbreite an Produkten des Metop-B wird dem Endnutzer voraussichtlich ab April 2013 zur Verfügung stehen.

Metop-B wurde von der europäischen Weltraumorganisation (ESA) entwickelt und wird von der europäischen Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) betrieben. Metop-B ist der zweite Satellit des EUMETSAT Polar System (EPS). Der erste Satellit dieser Serie, Metop-A, startete seine Mission im Jahr 2006 mit einer erwarteten Lebensdauer von fünf Jahren, welche er nun bereits überschritten hat. Die Ablösung durch Metop-B sichert die Kontinuität der polarumlaufenden Beobachtungen. Solange Metop-A aber noch Daten übermittelt, werden dessen Beobachtungen weiterhin in die aktuellen Klima- und Wettermodelle miteinfliessen.

Nutzen von Wettersatelliten

Die Metop Satelliten verfügen über je acht Instrumente, die unseren Planeten Tag und Nacht beobachten, und dadurch wertvolle Daten für kurz- und langfristige Wetterprognosen liefern. Zusätzlich fliessen die Daten auch in Klimastudien mit ein und sichern die Kontinuität langjähriger Satellitenbeobachtungen. In der Schweiz wird unter anderem das Bodenbeobachtungsnetz der MeteoSchweiz durch Beobachtungen aus dem All ergänzt. Zudem ist MeteoSchweiz als nationaler Wetter- und Klimadienst in ihrer täglichen Arbeit auf Satellitenbilder von EUMETSAT angewiesen. Für die Schweiz hat die Erdbeobachtung aus dem All zu Gunsten von Mensch und Umwelt hohe Priorität.

Aus finanzieller Sicht ist der Nutzen dieses Programms augenfällig: Die Gesamtkosten des EPS Programms, welches sich über mehr als 20 Jahre erstreckt, werden ca. 2.5 Mia Euro betragen, wobei der Nutzen 20 bis 60 mal so hoch geschätzt wird. Als Mitglied von EUMETSAT hat die Schweiz die vollen Nutzungsrechte an den europäischen Wettersatelliten, wohingegen der Kostenanteil der Schweiz nur knapp 3% beträgt.

Mehr als die Summe seiner Teile

Das EPS Programm stellt den europäischen Teil einer Vereinbarung mit den USA dar. Das sogenannte Initial Joint Polar-Orbiting Operational Satellite System (IJPS) beinhaltet zwei Serien polarumlaufender Satelliten (Metop von EUMETSAT und NOAA von der National Oceanic and Atmospheric Administration), die die ganze Erdkugel komplementär zu unterschiedlichen Tageszeiten beobachten. Eine Studie des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) zeigt, dass die Auswirkungen der Summe aller Beobachtungen des gemeinsamen IJPS auf die Genauigkeit der Wettervorhersagen grösser ist, als wenn die Auswirkungen der EPS-, respektive NOAA-Satelliten, einzeln betrachtet werden. Die Kooperation zwischen Europa und den USA ist ein gutes Beispiel für den grossen Nutzen einer effektiven internationalen Zusammenarbeit.

Die Inbetriebnahme des dritten Wettersatelliten der EPS Serie, Metop-C, ist für 2016 geplant. Durch den nachhaltigen Aufbau dieses Programms werden Wettersatelliten auch in Zukunft wertvolle Informationen zum Verständnis des globalen Wetter- und Klimageschehens liefern können.

EUMETSAT: die Europäische Organisation für Wettersatelliten (EUMETSAT) ist eine europäische operationelle Agentur mit 26 Mitgliedstaaten (inkl. Schweiz) und fünf kooperierenden Staaten mit Hauptsitz in Darmstadt. Die Aufgaben umfassen den Betrieb operationeller meteorologischer Satelliten sowie die Bereitstellung von Satellitendaten und Diensten im Bereich Wettervorhersage und Klimaüberwachung. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz ist in der Schweiz die federführende Institution in der Zusammenarbeit mit EUMETSAT.

ESA: Die ESA mit Hauptsitz in Paris wurde 1975 als zwischenstaatliche Organisation ins Leben gerufen, mit der Schweiz als Gründungsmitglied. Aktuell gehören der ESA 19 Mitgliedsstaaten an, wobei mit weiteren Staaten Kooperationsvereinbarungen gelten. Die ESA hat zum Ziel, die Zusammenarbeit der europäischen Staaten auf dem Gebiet der Weltraumforschung und -technologie zu friedlichen Zwecken sicherzustellen. In der Zusammenarbeit mit der ESA hat das Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF aus Schweizer Sicht die Federführung.

Adresse für Rückfragen:

Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF
Kommunikation
Hallwylstrasse 4
3003 Bern

Herausgeber:

Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) - ab 1.1.2013 SBFI
Internet: http://www.sbf.admin.ch
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